Masson, André (1896–1987)

andre masson

André Masson, geb. am 4. Januar 1896 in Balagny-sur-Thérain (Frankreich) geboren; gest. am 28. Oktober 1987 in Paris. 1904 Übersiedlung der Familie nach Brüssel; Studium an der Brüsseler Akademie der Schönen Künste. 1912 Umzug Massons nach Paris und Aufnahme in das Atelier Paul Baudoin an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts. Kriegseinsatz als Soldat, 1917 schwere Verwundung. 1922 Rückkehr nach Paris. Masson lässt sich von der Kunst des André Derrain und von dem Kubismus inspirieren. 1924 Kontakt zu dem Kreis der Surrealisten und 1925 Teilnahme an der surrealistischen Gruppenausstellung in der Galerie Pierre. André Masson entwickelte in dem künstlerischen Ansatz der Surrealisten neue Ausdrucksweisen und Arbeitsmethoden mit dem Ziel, neue Inhalte wie das Irrationale darzustellen. Mit der "écriture automatique", ein vom Verstand weniger kontrollierter Schaffensprozess, suchte Masson, seinen Personalstil zu entwickeln. In dieser Zeit entstanden Sandbilder aus Leim und Sand in unterschiedlicher Farbigkeit. Mit wie in Trance gezeichneten, geschwungenen Linien - teilweise von fernöstlicher Kalligraphie beeinflusst - hielt Masson seine künstlerischen Vorstellungen fest, wobei den Bildern trotz aller Spontaneität und Emotionalität eine durchkomponierte Struktur zugrundeliegt. 1929 trat Masson aus Protest gegen den autoritäten Führungsstil André Bretons aus der Gruppe der Surrealisten aus. 1941-45 lebte Masson in den USA. Bis in die 1960er Jahre beschäftigten ihn Motive, die den Krieg und das Grauen verarbeiteten. Ab 1945 siedelte Masson wieder nach Paris über. Von dem Surrealismus distanziert er sich ab diesem Zeitpunkt endgültig. Masson blieb in seinem Werk stets der Gegenständlichkeit treu. Gleichwohl wird André Masson, insbesondere in den USA, als Initiator des "Abstrakten Expressionismus" gefeiert. Massons Anliegen war es, seine eigene Vision in der Realität zu gestalten. Das umfangreiche graphische Werk umfasst Originalgraphiken und Buchillustrationen. Außerdem schuf er Bühnenbilder und 1966 ein Deckengemälde für das Théatre Odéon in Paris.