Antes, Horst (* 1936)

Horst_Antes_Portrait

Horst Antes studierte 1957-59 bei HAP Grieshaber an der Kunstakademie in Karlsruhe. Dort lehrte er von 1965-71, später an der Kunstakademie in Berlin. Berühmt wurde Antes mit der Figur des „Kopffüßler“-Menschen, meist in Profilansicht und übereinander liegenden Augen. Antes war in den frühen 1960er Jahren einer der ersten Vertreter der figurativen Malerei in Deutschland. Wichtigster früher Einfluss auf den Künstler ging vom Expressionismus der Cobra-Gruppe, auch vom französischen Informal eines Jean Dubuffet, aus. Der Aufenthalt in Florenz von 1962-63 eröffnete ihm neue Inspirationen, insbesondere in der Graphik, die ihm als unbeschwert Experimentierenden besonders lag. Der Renaissance-Maler Piero della Francesca ist ihm später ein „Steinbruch“ gewesen, wie er seine Anregungen auch von anderen Malern holte. Wichtige Einflussquelle stellt seine rege Sammeltätigkeit dar: Kunstwerke, Artefakte amerikanischer Ureinwohner (Hopi, Navajo), japanische Textilkunst, Katchina-Puppen. Das erzählerische Element in seinen Bildern und Graphiken weicht in den 1990er Jahren einer strengen geometrisch reduzierten Bildkomposition mit dunkler Farbpalette. Antes übertrug seine Bilderfindungen ins Räumliche und schuf zahlreiche Skulpturen aus glänzendem Metall und Corten-Stahl mit Rostpatina in mittleren bis sehr großen Formaten. Die Platzgestaltung des Bertha-von-Suttner-Platzes in Düsseldorf stellt ein Meisterwerk der dreidimensionalen Kunst im öffentlichen Raum dar. 

Ausstellungen (Auswahl):

• 1993: Antes Bilder 1959–93, Bayerische Staatsgemäldesammlungen München

• 2002: Horst Antes und der malerische Aufbruch in den 1960er Jahren, Sprengel Museum Hannover

• 2003: Host Antes. Papierarbeiten und Grafiken 1969–2002, Kunsthalle Villa Kobe

• 2004: Horst Antes and Kachinas, Takamatsu City Museum of Art; Itami City Museum of Art; Iwate Museum of Art; Iwaki City Art Museum; The Museum of Modern Art, Hayama

• 2004: Interieurs, Kunstmuseum Bayreuth

• 2006: Horst Antes. Das frühe Werk. Bilder und Zeichnungen aus Privatbesitz, Villa Wessel, Iserlohn

• 2006: Und morgen mal’ ich vielleicht ein Bild, Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall

• 2013: Ausstellung im Martin-Gropius-Bau, Berlin (Juni bis September 2013)

 

Auszeichnungen:

• 1960: Stipendium Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft

• 1961: Kunstpreis Junger Westen der Stadt Recklinghausen

• 1962: Stipendiat der Villa Romana in Florenz

• 1963: Stipendiat der Villa Massimo in Rom

• 1966: Stipendium der Aldegrever Gesellschaft, Münster

• 1966: Preis für Malerei, XXXIII. Biennale Venedig

• 1989: Hans-Molfenter-Preis der Landeshauptstadt Stuttgart

• 1989: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland

• 1991: Hessischer Kulturpreis, Wiesbaden

• 1992: Großer Preis der Biennale Sao Paolo.

 

Antes’ Werke befinden sich in zahlreichen Museumssammlungen, u.a.: Nationalgalerie Berlin, Kunsthalle Hamburg, Museum Ludwig Köln, Museum Folkwang Essen, Museum Würth Künzelsau, Von der Heydt Museum Wuppertal, Kunstmuseum Basel - Museum für Gegenwartskunst, KUNSTEN Museum of Modern art Aalborg, Vancouver Art Gallery, Museum of Modern Art MOMA New York.