Campendonk, Heinrich (1889-1957)

Campendonk_Portrait
Heinrich Campendonk, 1889 geb. in Krefeld, 1957 gest. in Amsterdam. 1905-09 Studium an der Kunstgewerbeschule, Krefeld. 1911 siedelte er auf Einladung von Franz Marc nach Oberbayern; Bekanntschaft mit Kandinsky, Klee, Jawlensky. 1911-12 Teilnahme an den Ausstellungen des "Blauen Reiters", 1913 am "Ersten Deutschen Herbstsalon" in Berlin. 1916 Übersiedelung nach Seeshaupt am  Starnberger See, 1920 erste Italienreise. 1921 Ausstellngen in Frankreich, Belgien, USA. 1926 Berufung an die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf als Professor für Monumentalmalerei. 1937 Grand Prix der Weltausstellung in Paris. 1944 Vize-Präsident der "Societé anonyme; Museum of modern art 1920", USA als Nachfolger von Kandinsky. 1956 Quellinus-Preis der Stadt Amsterdam; Riter vom Orden "De Neederlandse Leeuw". 
Das graphische werk Heinrich Campendonks bildet einen Teil seines gesamtkünstlerischen Schaffens, jedoch hat die Bildwelt des Künstlers, sein eigenwilliger Stil und seine Formrensprache in diesem Sektor seinen Niederschlag gefunden. Insbesondere lassen sich in den Graphiken die künstlerischen Entwicklungsphasen ablesen. Das komplette Holzschnittwerk Campandonks ist erstmals 1959 und 1960 im Clemens-Sels-Museum in Neuss und im Stedelijk-Museum in Amsterdam gezeigt worden. Es umfasst circa 70 Werke. "Seinem malerischen Gestaltungsprinzip kam der Holzschnitt, für den Campendonk eine außerordentliche Fertigkeit entwickelte, offenbar entgegen, indem er hier seine Bildwelt noch konzentrierter symbolisieren und ornamental gestalten und verfremden konnte." Gerhart Söhn: Campandonks Arbeiten strahlen Poesie und eine positive Lebenseinstellung aus. Sie sind frei von intellektuellem Manierismus und doch von einer selbstbewußten Eigenwilligkeit, Manifestataioan eines schöpferischen Künstlers von Rang, der unbeirrt seinen Weg gegangen ist." Campendonk arbeitete mit Negativformen, sein besonderes Charakteriskum: Bei den meisten seiner Holzschnitte hatte der Künstler die Bildmotive mit einem Messer aus dem Holzstock geschnitten, sodass die Bildelelmente in dem schwarz gebliebenen Umfeld als weiße Figuren heraustreten.