Hofer, Carl (1878–1955)

carl hofer

Carl (Karl) Hofer, deutscher Maler und Graphiker, geb. am 11.10.1878 in Karlsruhe, gest. 03.04.1955 Berlin. 1897 Studium an der Großherzoglich Badischen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, u.a. bei H. Thoma, 1902-03 an der Kunstakademie Stuttgart, Meisterschüler von L. von Kalckreuth. 1899 Reise nach Paris, 1900-01 weitere Aufenthalte daselbst. 1903 dreijähriger Aufenthalt in Rom. Hofer wird von dem Schweizer Mäzen Dr. Theododr Reinhart, Winterthur, gefördert. 1906 Ausstellung durch Harry Graf Kessler in Weimar. 1908-13 erneuter Aufenthalt in Paris. 1919-12 mehrmonatige Reisen nach Indien. 1914-17 Internieurung in Frankreich. 1919 Ausstellung bei Paul Cassirer. 1923 Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, Berlin. 1928 Vorstand der Berliner Sezession. 1928 große Ausstellungen in Mannheim, Berlin und Venedig. 1938 erster Preis des Carnegie-Instituts für das Bild "Im Wind". Beschlagnahmung von 313 Werken durch die Nationalsozialisten. 1943 brannten das Atlier und seine Wohnung aus. Nach Fotografien begann Hofer, für ihn bedeutende Bilder neu zu malen. 1945 Direktor der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg. 1948 Verleihung der Ehrendoktorwürde der Humboldt-Universität Berlin.

Hofers Werk, vor allem Figurenbilder, nahm seinen Ausgang bei Marées klassisch-idealer Bildwelt, zu der sich bald der Einfluss Cézannes ergab. Unter dem Eindruck der Kriegserlebnisse näherte sich Hofer der Neuen Sachlichkeit an. Charakteristisch für seinen Stil sind zahlreiche Darstellungen von Mädchengestalten, die in ihrer spröden, trockenen Ausdrucksweise seine Zeit spiegeln. Hofer gelangte von anfänglich expessivem Stil zu einem streng tektonischen Bildaufbau. Bestimmte Motive kehren in seinen Werken immer wieder: Frauen am Meer oder im Innenraum, als Paar am Fenster, mit begleitenden Bildelementen wie Blumen, Masken oder Früchten. Obwohl Hofer Elemente der Neuen Sachlichkeit aufnimmt, wird er nicht zu deren expliziter Vertreter. Sein Werk bleibt, bis auf eine kurze Phase um 1930, stets der gegenständlichen Malerei nahe.