Christo (Javacheff *1935))

christo javacheff

Christo (Javacheff), amerikanischer Künstler, geb. am 13.6.1935 als Christo Vladimirov Javacheff in Gabrovo/Bulagrien. 1953-56 Studium an der Kunstakademie in Sofia, 1957 ein Semester an der Kunstakademie in Wien. 1958 Übersiedlung nach Paris, Begegnung mit Jeanne-Claude und Heirat 1960. Zu Beginn seiner künstlerischen Karriere arbeitete Christo mit verpackten Objekten. 1961 entwickelte er in Zusammenarbeit mit Jeanne-Claude das erste Projekt für ein verpacktes Objekt im öffentlichen Raum: Sie verhüllten Ölfässer im Kölner Hafen. 1964 Übersiedlung nach New York. 1968 Proojekt für die documenta 4 in Kassel: "5,600 Cubicmeter Package", ein 82 Meter langes, mit 6.000 Kilogramm Luft gefülltes und verschnürtes, senkrechtes Paket. Weitere Großprojekte von Christo und Jeanne-Claude waren 1976 der "Running Fence" (Kalifornien, Zaunhöhe 5,5 m, Länge 39,4 km), 1983 die "Surrounded Islands" (Miami, rosafarbener Polypropylen-Stoff um 11 Inseln), 1985 "The Pont Neuf Wrapped" (Paris), 1991 "The Umbrellas, Japan-USA" (1.340 6 m hohe blaue Schirme in einem Tal in Ibaraki, Japan, und 1.760 gelbe Schirme in einem Tal in Kalifornien), 1995 "Wrapped Reichstag, Berlin" sowie 2005 "The Gates" (7.503 Tore mit orangenen Stoffen im Central Park von New York). Ab 1992 arbeitete das Künstlerpaar an der Umsetzung des Projekts "Over the River", bei dem der Arkansas River in Colorado mit Stoffbahnen überzogen werden sollen. Bis heute sind rechtliche Hürden für die Realiserung noch nicht überwunden. Im Oktober 2015 stellte Christo sein neues Projekt für Italien vor; am See Iseo soll mit "The Floating Piers" sein neuestes Kunstwerk in der Zeit vom 18. Juni bis 18. Juli 2016 realisiert werden, vorausgesetzt, dass das Wetter mitspielt. Christo und Jeanne-Claude bezeichneten ihre künstlerische Zusammenarbeit bei Großprojekten als gleichberechtigt. Alle kleineren verpackten Objekte, Zeichnungen, Collagen, Modelle und Lithographien sind von Christo allein signiert. Die Kosten für die teuren Kunstprojekte finanzierten Christo und Jeanne-Claude durch den Verkauf von Vorzeichnungen, Skizzen und früheren verpackten Objekten. Sie akzeptierten keine Fremdfinanzierung (Spenden). Die Mitarbeiter an den Projekten erhielten stets ein Honorar. 2009 starb seine Frau Jeanne-Claude. Christo lebt und arbeitet in New York.