Fuchs, Ernst (1930–2015)

ernst fuchs

Ernst Fuchs, geb. am 13.02.1930 in Wien, gest. am 09.11.2015 in Wien. Vorfahren väterlicherseits waren jüdischer Herkunft; 1942 wurde Fuchs römisch-katholisch getauft. 1945-50 Studium an der Kunstakademie in Wien. 1946/47 erste Ausstellung mit anderen Vertretern des "Phantastischen Realismus". Von 1949-61 hauptsächlicher Lebensmittelpunkt in Paris. Ernst Fuchs war schon früh ein hervorragender Zeichner und stellte in faszinierenden Werken die Bedrängnisse des Menschen zwischen Leben und Tod in komplexen Sinnbildern dar. Einflüsse des Surrealismus und Verismus sind erkennbar. Eigenwillige mythische und erotische Darstellungen dominieren häufig seine Werke (Gemälde, Grafiken, Skulpturen). Die Malweise von Erns Fuchs orientierte sich an altmeisterlicher Finesse der niederländischen und italienischen Meister. Der Hang zum Mythologischen und zu apokalyptischen Visionen verbindet sich in seiner Kunst mit einer süßlichen, jugendstilverhaftenen Ornamentik zu großer Opulenz in der Darstellung. Auch im wirklichen Leben war der Künstler einem opulenten Lebensstil verpflichtet. Ernst Fuchs war Vater von 16 Kindern aus acht Lebenspartnerschaften. Die Jugendstil-Villa Otto Wagner, die er lange bewohnt hatte, dient seit 1988 als Privatmuseum und beherbergt die Sammlung Ernst Fuchs. "Was an Ernst Fuchs besticht, ist seine hohe Intelligenz, seine enorme Belesenheit und seine sprühende Phantasie, die sich wie eine lang aufgestaute Quelle ergießt und alles in Begeisterung mitreißt; sie scheint nie zu versiegen. In ihm hat man eine Kultur von dreitausendjähriger Herkunft vor sich, die er mit seinen Werken repräsentiert." (Arno Breker, in: "Arno Breker – Schriften", Marco-Edition, 1983: Bonn-Paris, p. 79).