Grass, Günter (1927–2015)

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Günter Grass, geb. am 16.10.1927 in Danzig, gest. am 13.04.2015 in Lübeck. Der Nobelpreisträger von 1999 zählt zu den bedeutendsten Doppelbegabungen der jüngeren Kulturgeschichte. Er, der sich selbst charakterisiert: "als bildender Künstler bin ich gelernter, als Schreiber ungelernter Künstler", studierte 1948-1952 an der Düsseldorfer Kunstakademie. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Deutschlands bekannteste private und öffentliche Sammlungen, u.a. Slg. Ludwig und Slg. Würth, haben viele der graphischen Zyklen des Künstlers Grass erworben. In Lübeck befindet sich seit 2002 das Günter-Grass-Museum. "Ich zeichne immer, auch wenn ich nicht zeichne, weil ich gerade schreibe oder konzentriert nichts tue," erläutert Grass. Als Student an der Düsseldorfer Akademie kam er mit Joseph Beuys in Kontakt, den er als großen Zeichner bewunderte. "Es ist wohl so, dass mir die Wörter nie genug gewesen sind. Sie, die vieldeutig die Geschichte immer wieder und neu erzählen, den Leser brauchen, Streit auslösen, oft gegen ihre Absicht Lärm machen und den Autor bloßstellen, geben mich, sobald sie verbraucht waren, von Zeit zu Zeit frei, auf dass ich das Werkzeug wechseln konnte." Günter Grass, 1927 in Danzig geboren, wurde nach einer Ausbildung als Bildhauer und Grafiker freier Schriftsteller. Sein Werk gehört zur Weltliteratur. Nach zahlreichen internationalen Ehrungen wurde Grass 1999 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Für viele eine Überraschung – der Grafiker Günter Grass: „Was kann man nicht alles machen, wenn man Fantasie hat. Neue Perspektiven, Konstellationen, Strukturen, Aspekte, Akzente; und alles noch nie da gewesen.“ (Günter Grass). Der Künstler, der Stift und Griffel beherrscht, wird in diesem Oktober 80 Jahr Jahre alt. Vor einigen Jahren wurde das Günter-Grass-Haus eröffnet. Hier liegen die zahlreichen zeichnerischen, malerischen und plastischen Arbeiten des Künstlers aus den letzten fünf Jahrzehnten und auch seine literarischen Arbeiten, die seit 1995 entstanden sind, auch bibliophile Ausgaben, die er mit Aquarellen ausgestattet hat. Der bildende Künstler Grass zeigt sich als wahrer Handwerker, der das Zeichnen und Malen ordentlich gelernt hat: Handwerk als Einheit der bildnerischen Phantasie. Die verständlichen Wahrheiten in der gegenständlichen Welt liegen für ihn immer in und auf der Hand. "Und auch beim Zeichnen schreiben sich Sätze fort, die angefangen auf anderem Papier stehen. Deutschlands bedeutendste private und öffentliche Sammlungen haben viele seiner graphischen Zyklen erworben, darunter die Sammlung Ludwig und Sammlung Würth. Auch der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki schätzt den Zeichner und Grafiker Grass außerordentlich: "Was er da seit einem halben Jahrhundert produziert, gefällt mir sehr und beinahe immer."

Buchempfehlung:

1. Günter Grass, Fundsachen für Nichtleser. Steidl-Verlag, Göttingen. 24,5 x 31,5 cm. 240 Seiten, zahlreiche ganzseitige Farbabbildungen.

2. Günter Grass, Letzte Tänze. Gedichte und Illustrationen von Günter Grass. Steidl-Verlag, Göttingen. 24,5 x 31,5 cm. 96 Seiten, zahlreiche ganzseitige Farbabbildungen.