Matisse, Henri (1869–1954)

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Henri Matisse, geb. 1869 in Le Cateau-Cambrésis, verst. 1954 in Cimiez bei Nizza. Die Druckgraphik mit ihren äußerst vielfältigen technischen Möglichkeiten nimmt im Werk des Malers und Bildhauers Matisses einen bedeutenden Platz ein. Eindrucksvoll ist die hohe Zahl an Arbeiten von über 830, die Matisse kommentierte: „Ich habe mein ganzes Leben von morgens bis abends gearbeitet.“ Matisse war auf der Suche nach dem Gleichgewicht, der Harmonie, der richtigen Proportion, der Ausgewogenheit von Farbe und Zeichnung. Nach anfänglicher juristischer Tätigkeit nahm Henri Mataisse um 1890 Zeichenunterricht in Quentin-Latour. Ab 1891 besuchte er Abendkurse der Pariser École des Arts Décoratifs. Ab 1895 Weiterbildung im Atelier des als liberal bekannten Akademikers Gustave Moreau. Matisse kopierte anfänglich im Louvre, darunter Werke von Nicolas Poussin und Chardin, in deren Hell-Dunkel-Manier er ab 1893 selbst malte. 1900 fand Matisse zu einer Intensität und Leuchtkraft der Farben, erkundete ihren selbständigen Gestaltungswert, der sich mit seinem Streben nach Klarheit und Einfachheit verband. Sein Werk ist durch farbige Expresssivität gekennzeichnet. 1905 schließt er sich der Künstlerbewegung „Fauves“ (Wilde) an. Das heute so beliebge Bild „La Joie de vivre“ von 1906 wurde damals heftig angefeindet. Matisse strebte einen ursprünglichen Ausdruck an, der sinnenhaft und direkt wirken sollte. Seine Präferenz für das Flächenhafte, für dekorative Elemente wie Arabesken, für die ornamentale Qualität der Linien und Farbkontraste entsprach seinem Credo: „Ich möchte, dass der überlastete, gehetzte Mensch vor meiner Malerei etwas Ruhe und Frieden findet“ (Henri Matisse). Matisse’ Werke sind in ihrer musischen Wirkung und Emotionalität der Formen und Farben ein Fest für die Sinne. Sie stellen den Entwurf einer paradiesischen Welt voll festlicher Heiterkeit dar – ein „großartiges Zeugnis von Liebe und Vertrauen in die Schönheit des Lebens“ (Renato Guttuso)