Janssen, Horst (1929–1995)

horst janssen

Horst Janssen, deutscher Zeichner, Graphiker und Schriftsteller. Geb. 14.11.1929 in Hamburg, gest. 31.08.1995 in Hamburg. Er wuchs als unehelicher Sohn bei seiner alleinerziehenden Mutter und seinen Großeltern in Oldenburg auf. Nach ihrem Tod 1941 kam er als Waise in die „Napola“ in Haselhünne. 1945 floh er nach Hamburg und lebte bei seiner Tante Anna. 1946-51 Studium an der Landeskunstschule in Hamburg; Meisterschüler bei Alfred Mahlau. Er experimentierte mit monotypischen Drucktechniken und schuf erste Holzschnitte im Stil HAP Grieshabers. 1952 Lichtwark-Stipendium der Hansestadt Hamburg,1957 Stipendium des Kulturkreises des Verbands der Deutschen Industrie,1964 Kunstpreis der Stadt Darmstadt,1965 Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg. 1965 erste Einzelausstellung in der Kestner-Gesellschaft, Hannover. 1967 zieht Horst Janssen nach Hamburg-Blankenese; auf der Biennale in Venedig erhielt Janssen den erste Preis für Grafik. Beginn der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Drucker Hartmut Frielinghaus; es entstanden verschiedene Mappenwerke, darunter "Hokusai's Spaziergang" und "Hanno's Tod". Horst Janssen erhielt 1975 den Schiller-Preis der Stadt Mannheim und 1978 die Biermann-Rathjen-Medaille der Stadt Hamburg. Zahlreiche Ausstellungen, auch eine Wanderausstellung durch bedeutende nordamerikanische Museen, folgten. 1990 stürzte der Künstler Janssen von dem Balkon seines Hauses in die Tiefe. Den Unfall überlebte er trotz Säureverletzungen. 1992 wurde Janssen die Ehrenbürgerwürde der Stadt Oldenburg verliehen.1997 wurde das Janssen-Kabinett in der Hamburger Kunsthalle eingerichtet. 2000 eröffnete das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg. Der große Künstler Horst Janssen gilt als einer der bedeutendsten Grafiker und Zeichner der Zeit nach 1945. Das Selbstportrait nimmt in seinem Werk einen außerordentlich breiten Raum ein. Außer seinen eigenwilligen, poetischen, humorvollen, immer in grandioser Zeichenkunst realisierten Bilderfindungen entstanden in unverwechselbarem Personalstil auch "Kopien" von Werken der Kunstgeschichte und der Zeitgenossen, die er gerne persiflierte. In seiner satirischen Bildsprache flocht er stilistische Elemente der Neuen Sachlichkeit und des frühen, psychologisierenden Expressionismus von Munch und Ensor ein. Sein eigenwilliger, narrativer, kafkaesk-humorvoller Stil ist in Ansätzen dem Phantastischen Realismus verbunden. Horst Janssen hinterließ ein umfangreiches Oeuvre. Allein seine Radierungen umfassen 3000 Blätter.