Miró, Joan (1893–1983)

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Joan Miró, geb. am 20. April 1893 in Barelona geboren; gest. am 25. Dezember 1983 in Palma de Mallorca. Er war Maler, Bildhauer Bühnenbildner, Objektkünstler, Keramiker und Graphiker. 1907 Studium an der Kunstakademie "La Lonja"und der avantgardischen Akademie Galí in Barcelona. Miró bewunderte dei katalanische Volkskunst und Jugendstilformen der Architektur Gaudís. 1918 erste Einzelaussstellung in der Galerie Dalmau in Barcelona. 1919 reiste er nach Paris, wo er sich mit Pablo Picasso anfreundete und ein Atelier einrichtete. 1920 Übersiedlung nach Paris. 1921/22 malte Miró das Bild „Bauernhof“, ein künstlerischer Meilenstein, dr den Übergang von der realistischen Sehweise zu bildnerischen Traumvisionen markierte. 1923 Kontakt mit den Surrealisten um André Breton und mit bei Henry Miller und Ernest Hemingway. Joan Miró beteiligten sich an Ausstellungen der Surrealisten, die fortan seinen irrational-phantastischen Stil mitprägten. André Breton sagte über ihn: „Vielleicht ist er er surrealistischste von uns allen“. Mirós Weltauffassung spricht aus der lyrischen Malerei, einer heiteren Welt rudimentärer Figuren und Formen und intensiv leuchtender Zeichen. In seinen subjektiv-formelhaften, assoziativen Werken werden sowohl das Heitere und Dionysische, aber auch das Entsetzen offenbar. Das Spätwerk ist gekennzeichnet durch kleine, leuchtende Zeichen auf großen, einfarbigem, schwach getöntem Grund. Miró meidet im Sinne des Surrealismus reine Abstraktion und will einen Sinngehalt gewahrt wissen, der im Spätwerk neben technischen Experimenten durch dramatische Formen geprägt ist (Lexikon der Kunst, München, 1991). 1930 zeichnete er erste Original-Lithographien direkt auf den Lithostein im Atelier, die bei Mourlot in Paris gedruckt wurden. 1940 kehrte er nach Spanien zurück. Es entstand die Bildfolge "Constellations", für die Gestaltungselemente wie amorphe Formen, verspielte Linien und leuchtende Farbflächen charakteristisch sind. Weitere Arbeiten mit dem Titel "Femmes dans la nuit" (1946) und "Femme, lune, étoile" (1949) bieten Anregungen für jüngere Künstler; Jackson Pollock nuzte diese Werke als Inspirationsquelle. 1956 siedelte Miró nach Mallorca über. Im Spätwerk entstanden die Skulpturen "Femme" (1967) und "Le roi guerrier" (1981-83), Mirós bedeutendste Arbeiten aus dieser Zeit. Das monumentale Fassadengestaltung des Wilhelm-Haack-Museums in Ludwigshafen stellt in seinen Ausmaßen mit 55 x 10 Metern das größte Kunstwerk Mirós überhaupt dar. Miró nahm an den einflussreichen Übersichtsausstellungen der Nachkriegszeit teil: documenta 1 (1955), documenta II (1959), documenta III (1964) und documenta 6 im Jahr 1977 in Kassel. Mirós ehemaliges Wohnhaus auf Mallorca mit Atelier ist heute ein Museum. Das Miró-Museum „Fundación Miró“ auf dem Hügel Montroig in Barcelona beherbergt eine Übersicht seines Schaffens und auch monumentale Mobiles von Alexander Calder, die in Korrespondenz zu Mirós Tapisserien entstanden waren.