Man Ray (1890-1976)

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Man Ray, geb. am 27. August 1890 in Philadelphia (USA) geobren; gest. am 18. November 1976 in Paris. Man Ray – eigentlich Emanuel Radinsky - ist das Kind einer aus Russland nach New York emigrierten jüdischen Familie. Studium an der National Academy of Design, Architektur und Ingenieurwesen. In New York arbeitete er zunächst als Radierer und Werbegrafiker. Erste kubistische Gemälde entstanden, 1917 Mitbegründer der New Yorke Dada-Bewegung zusammen mit Marcel Duchamp und Francis Picabia. Beeinflusst von den ready-mades Duchamps schuf er eigene Dada-Objekte, 1918 "Aerographien", Malereien mit einer Spritzpistole auf Photopapier. 1921-40 Übersiedlung nach Paris. Auch dort schloss er sich der Dada-Bewegung an. Er fertigte Porträts berühmter Zeitgenossen (Max Ernst, André Breton, Paul Eluard, Salvador Dalí, Marcel Duchamp, Gertrude Stein) an und spielte somit das kulturelle Leben seiner Zeit. Durch Experimente mit photographischen Techniken entwickelte er 1921 die "Rayographie", ein Verfahren kameraloser Photographie, in dem er abstrakte Formen auf Photopapier auflegte und belichtete. 1924 nahm er an der Gruppenausstellung der Surrealisten teil. Die als Kiki von Montparnasse bekannt gewordene Alice Prin, Modell und Geliebte, inspirierte ihn zu Le Violon d'Ingres (1924), einem Rückenakt mit aufgemalten Schallöffnungen einer Violine, und zu einem weiteren seiner bekanntesten Bilder, A l'heure de l'observatoire - Les amoureux (1932/34), riesige Lippen, die am Himmel über einer friedlichen Landschaft schweben. Dalí ließ sich von diesem Bild zu dem bekannten Lippensofa inspirieren. Man Ray Er drehte einflussreiche Avantgardefilme, wie L’Etoile de Mer (1928). Zu eines der berühmtesten Dada-Objekten zählt Cadeau, ein Bügeleisen mit Nägeln auf der Unterseite. 1940 ging Ray über Lissabon nach New York und ließ sich dann in Hollywood nieder, wo er von Lehrtätigkeiten, Vorträgen und Filmproduktionen lebte. 1946 heiratete er in Beverly Hills Juliet Browner im Rahmen einer Doppelhochzeit mit Max Ernst. 1951 kehrte er nach Paris zurück, denn hier fand der Amerikaner Man Ray zuerst die größere Anerkennung. Mit seinen Rayogramms, eine kameralose Methode der Ablichtung in Schwarzweiß mit diffusen Konturen, wurde seine Kunst zu einer der bedeutendsten Imaginationsanregungen des Surrealismus. 1961 Goldmedaille der Biennale von Venedig. Seine Autobiographie "Self Portrait" wurde 1963 in London publiziert. Sein Werk ist vielgestaltig und zahlreich: Fotografie, Maleire, Filme, Objekte, Collagen, Originalgraphiken und Zeichnungen. Charakteristisch für den Stil Man Rays ist die Darstellung des Irrationalen und Phantastischen mit einem Quentchen Humor. "Das Streben nach Freiheit und das Streben nach Vergnügen – damit ist alles über meine Kunst gesagt" (Man Ray).