Ernst, Max (1891–1976)

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Max Ernst, dt.-frnz. Maler, Graphiker und Bildhauer, geb. am 02.04.2901 in Brühl/Köln, gest. am 01.04.1976 in Paris. Studium der Philologie, Philosophie und Kunstgeschichte in Bonn. Als Maler war er Autodidakt. Max Ernst gilt als Hauptvertreter der Kölner Dada-Bewegung, zusammen mit Hans Arp und Joh. Th. Baargeld. Ab 1922 lebte er in Paris und schloss sich dort ab 1924 der surrealistischen Kunstrichtung an. 1921-22 war seine Kunst stark von Giorgio de Chirico beeinflusst. Zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn wandte sich Max Ernst der Collagetechnik zu, indem er seltsame, nicht zusammengehörige Objekte oder Bildelemente kombinierte - meist Ausschnitte aus Illustrationsstichen. Auf diese Weise entstanden neue, absurde, die poetische Phantasie anregende Kunstwerke mit verblüffenden Verfremdungseffekten. 1925 erfand Max Ernst die Frottage, eine Durchriebtechnik, aus der er neue Bildideen erfand, die der Welt des Traums und halluziunatorischem Erfindungsgeist entsprungen zu sein schienen. Zu seinen Leitmotiven zählt eine Vogelgestalt, die auf ein traumatisches Kindheitserlebnis hindeutend, in seinem Werk häufig wiederkehrt. Max Ernst verstand sich weniger als Schöpfer, denn als Vermittler einer Vision. Einen bedeutenden Einfluss auf sein skulpturales Schaffen hatten, dem Zeitgeist entsprechend, die Bildwerke der Naturvölker. Max Ernst gilt als einer der anregendsten Künstler seiner Zeit. 1940 emigrierte er in die USA, wo er Peggy Guggenheim heiratete. 1942 erfand er ein neues Malverfahren - das Dripping: Er ließ Farbe aus aufgehängten Blechdosen auf einen Bildgrund tropfen. Die amerikanischen Maler Jackson Pollock und später Sam Francis sind für die Anwendung seiner Technik berühmt geworden. Max Ernst lernte Dorothea Tanning kennen, mit der er nach Sedona/Arizona umsiedelte und 1953 nach Frankreich. 1958 nahm er die französische Staatsbürgerschaft an. 1968 schuf er Bühnenentwürfe für die Pariser Oper. Zeitlebens sucht er in seinem Werk nach einem angemessenen Ausdruck für das Nicht-Sichtbare, das Traumerleben und die Gefühlswelt. "Die entmaterialisierte, transzendentale Natur wird zum Urgrund eines isolierten menschlichen Individuums, das in Dickichten, Träumen und fortlaufenden Verwandlungen nach einer Orientierung sucht" (zit. aus: Lexikon der Kunst, München 1988, p. 359).