de Saint Phalle, Niki (1930–2002)

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Niki de Saint Phalle, (eigentlich Catherine Marie-Agnès Fal de Saint Phalle) geb. am 29.10.1930 in Neuilly-sur-Seine, gest. am 21.05.2002 in San Diego. 1936-45 Besuch der Klosterschule Sacré-Coeur in New York. 1948 Heirat mit dem amerikanischen Schriftsteller Harry Matthews, Geburt zweier Kinder, Ehescheidung. Niki erlitt einen Nervenzusammenbruch und verbrachte einige Zeit in einer psychiatrischen Anstalt. Um ihre Traumata und Ängste zu verarbeiten, begann sie sich künstlerisch zu betätigen. Ab 1951 lebte Niki de Saint Phalle in Paris, um 1955 lernte sie den Künstler Jean Tinguely kennen., mit dem sie langjährige Beziehung einging. 1971 heirateten Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely. Er unterstützte ihre Künstlerkarriere und inspirierte sie zu neuen Werken. Es entstanden gemeinsame Projekte. Über Tinguely erhielt sie Kontakt zu der 1961 gegründeten Künstlergruppe "Nouveau Réalistes", der sie ab 1961 angehörte. Aufsehen erregte Niki de Saint Phalle mit den "Schießbildern", die um 1955 entstanden. Mit einem Gewehr schoss sie auf eine Leinwand, die mit Farbbeuteln präpariert war. Die Beutel zerplatzten, und die Farbe ergoss sich über die Leinwand. Ab 1964 entwickelte Niki de Saint Phalle ihre rundlichen, leuchtend farbigen "Nana"-Figuren, die sie weltweit berühmt machten. Mit diesen abstrahierten, verspielten, leluchtend farbig gefassten Figuren mit rundlichen, weiblichen Formen setzte sich Niki de Saint Phalle auf ihre Weise mit der Frauenrolle auseinander. 1966 entstand für das Moderna Museet in Stockholm eine liegende "Nana" mit 29 Metern Länge, in welche die Besucher hineingehen kkonnten. 1968 wurden die "Nanas" in einer Ausstellung im Museum of Modern Art in New York gezeigt, Auftakt für zahlreiche weitere Ausstellungen. Ab 1979 entstand in Capalbio/Toskana der "Tarot-Garten", Niki de Saint Phalles umfangreichstes Gesamtkunstwerk. Das Gartengelände wurde nach ihren Entwürfen mit Phantasiefiguren und Nanas ausgestaltet, Grotten angelegt und Wandmosaiken ausgeführt. Mit Jean Tinguely arbeitete sie 1982 gemeinsam am inzwischen berühmten "Strawinski-Brunnen" des Centre Pompidou in Paris. Die Künstlerin erkrankte schließlich schwer durch ihre stetige Arbeit mit Staub und giftigen Dämpfen. 1994 Übersiedlung nach San Diego, Kalifornien. Hier arbeitete die Künstlerin an ihrem letzten großen Werkzyklus, einer Hommage an Jean Tinguely (gest. 1991) aufzufassen ist: bewegliche Skulpturen, genannt "Explodierenden Bilder".